Englisches Lebensgefühl in Bern

Die Hotelerfinder
Patrik Scherrer und Luzius Kuchen im Gespräch

Mitte Januar 2018 nach einem Jahr Rundumsanierung neu eröffnet, hat das The Bristol bereits sein Publikum gefunden. Das Hotel in der Berner Altstadt ist gut gebucht und die Lounge schon jetzt ein beliebter Treffpunkt auch für Einheimische. Ein grosses Kompliment des für seine Zurückhaltung bekannten Berner Publikums. Das stilvoll geradlinige Konzept stammt von Patrik Scherrer und Luzius Kuchen, den Inhabern der Swiss Design Collection. Im The Bristol steckt viel Hingabe und Liebe zum Detail. Das spürt man vor Ort und im persönlichen Gespräch mit den Hotelerfindern Patrik Scherrer und Luzius Kuchen.

BRITISH
FLAIR

Die Idee, dem Berner Traditionshotel an der Schauplatzgasse 10 britisches Flair zu geben, macht neugierig auf die Menschen hinter dem Konzept. Mit ihrer Vision fürs The Bristol hat die Swiss Design Collection, die Besitzerin des Hotels, die Liegenschaften-Betrieb AG überzeugt. Im Interview erzählen Scherrer (langjähriger ehemaliger CEO des Kursaals Bern) und Kuchen (Berater für Hotellerie und Tourismus) wieso das The Bristol heute ist, wie es ist und was die Gäste in diesem neuen 4-Sterne-Hotel mitten in der Berner Altstadt erwarten dürfen.

Patrik Scherrer, Luzius Kuchen, gemeinsam haben Sie das Konzept fürs The Bristol in Bern entwickelt; sie betreiben und managen das Hotel auch. Und Sie haben die Swiss Design Collection ins Leben gerufen.
Patrik Scherrer: Richtig. Am Anfang stand das Projekt «The Bristol», welches wir in verschiedenen Rollen miteinander bearbeitet haben. Dabei haben wir realisiert, dass wir zusammen einen ganz interessanten Ansatz haben.
Luzius Kuchen: Und daraus hat sich dann die Swiss Design Collection AG entwickelt. Für uns ist wichtig, dass jedes der Hotels zu uns passt und wir auch zu den Hotels.

Das The Bristol wird von der Swiss Design Collection unter dem Brand «Swiss Design Hotels» präsentiert. Wofür steht diese Marke?
Patrik Scherrer: Zuerst einmal werden alle Swiss Design Hotels in sich einzigartig sein, aber auch immer einen roten Faden haben.
Luzius Kuchen: Ja, das ist der Designaspekt. Das war für uns von Anfang an klar, weil wir Design als etwas ganz Normales und Alltägliches verstehen. The Bristol sollte kein hippes Hotel sein, das dann nach zwei Jahren nicht mehr up-to-date ist, sondern wir versuchen, den Zeitgeist zu repräsentieren. Die Hotellerie ist eine Branche, die für uns viel mit Wünschen, Träumen und Sehnsucht wecken zu tun hat. Wir möchten, dass sich die Leute in Bern und im The Bristol zu Hause fühlen, aber nicht auf eine 0815-Art. Wir machen Sachen, bei denen man vielleicht staunt oder überrascht ist. Unsere Hotels sollen den Gast verführen, nicht nur einmal zu kommen, sondern wiederzukommen.

Ein Hotel, das englisch «The Bristol» heisst, mitten in der Bundesstadt Bern. Was steckt dahinter?
Patrik Scherrer: Tatsächlich ist die Geschichte der Schweizer Hotellerie ja sehr stark von den Briten geprägt. Die Briten waren es, die in St. Moritz, in Gstaad und an anderen Orten im Berner Oberland den Bau von Hotels initiiert haben. Mit Blick auf die Geschichte gehört das The Bristol als ein altehrwürdiges Hotel, das seit 1912 in Bern an der Schauplatzgasse unter diesem Namen geführt wird, in diese Reihe erstklassiger Hotels. Eine grossartige Geschichte, auf die man stolz sein darf. Das zeigen wir auch mit dem Namenswechsel von Bristol zu «The Bristol».

Also ein echtes Stück Grossbritannien im Herzen von Bern.
Patrik Scherrer: Ja, genau! Das was der Name verspricht, findet sich auch im Haus wieder. Im Hotel gibt es sehr viele Details aus dem britischen Fundus: vom speziellen schwarzen Humor der Briten über die Art und Weise, wie sie sich kleiden. Das macht die Insel aus, es ist unique und manchmal ein wenig eigen. All das passt aber auch zu Bern, denn die Berner heben sich auch gerne ab vom Einerlei. Darum hat «britisch» für uns einfach gepasst.

Das The Bristol ist «very british» – erwartet den Gast das klassische Luxushotelgefühl?
Luzius Kuchen: Es gibt Architekturjuwelen, die rein durch ihre Position – vor markanten Bergen zum Beispiel – sehr imposant wirken und Gäste deswegen anziehen. Aber ich glaube, schlussendlich geht es um ein Erlebnis und um das Bestreben, dem Gast etwas mitzugeben.
Patrik Scherrer: Früher herrschte die Vorstellung, dass Luxushotels goldene Wasserhähne und goldene Leuchter haben und dass im Hotel möglichst viele Portiers, Kellner und Butler zur Verfügung stehen. Heute hingegen ist Luxus, auch mal an einem Ort zu sein, wo nichts ist, wo man Einfachheit und Stille findet und wo der Service so persönlich ist, dass der Gastgeber den Wunsch schon erfüllt hat, bevor ihn der Gast in Gedanken formulieren kann.
Luzius Kuchen: Es sind die Mitarbeiter und das Ambiente im Haus, welches ich als Gast erlebe. Das Gefühl, im Hotel willkommen und geborgen zu sein, das ist es, was das Hotel ausmacht. Das The Bristol ist kein typisches Boutique Hotel, es ist eher ein Luxury Bed & Breakfast oder ein britisches Townhouse, das sich zwischen Hauptbahnhof und Bundeshaus und damit an der besten Lage in Bern befindet.

One cannot think well,
love well, sleep well, if one
has not dined well